HerzinfarktFoto: S. Schleicher / DRK e.V.

Herzinfarkt

Der Begriff Herzinfarkt bezeichnet das Absterben von Herzmuskelgewebe aufgrund einer plötzlichen Minderdurchblutung in einem Herzkranzgefäß.
Die Mehrzahl aller Herzinfarkte entstehen als Folge einer koronaren Herzkrankheit.

Der Herzinfarkt ist eine der Haupttodesursachen in den Industrienationen. Alarmierend ist, dass inzwischen auch immer mehr Frauen von der Krankheit betroffen sind.

HerzinfarktFoto: DRK e.V.

An einem Herzinfarkt – einer Erkrankung aus der Gruppe der Herz‑Kreislauf-Erkrankungen – starben im Jahr 2019 deutschlandweit 44.282 Menschen. Davon waren rund 59 % Männer und 41 % Frauen (Quelle: Statistisches Bundesamt / Deutsche Herzstiftung).

Bei Frauen zeigt sich ein Herzinfarkt häufig mit „untypischen“ Symptomen und wird deshalb nicht immer rechtzeitig erkannt. Sie berichten seltener über die klassischen Brustschmerzen, dafür jedoch häufiger über Oberbauchbeschwerden, Atemnot oder Rückenschmerzen. Gerade bei Übelkeit oder Bauchschmerzen wird oft nicht sofort an einen Herzinfarkt gedacht und deshalb der Notruf verzögert.

Diese späte Reaktion kann gravierende Folgen haben: In der Altersgruppe der unter 60‑Jährigen sterben in den ersten Tagen nach Krankenhausaufnahme fast doppelt so viele Frauen wie Männer, weil ihr Infarkt zuvor häufig übersehen oder falsch eingeordnet wurde.
 

Erkennen

  • Engegefühl in der Brust, Luftnot
  • Starke Schmerzen hinter dem Brustbein, die häufig in den linken Arm, den Unterkiefer, den Rücken, die Schulter
    oder den Oberbauch ausstrahlen
  • Blassgraue, oft schweißnasse Gesichtshaut
  • Ausgeprägtes Schwächegefühl (insbesondere bei Frauen)
  • Betroffene können sehr unruhig wirken (Todesangst) – oder auch ungewöhnlich ruhig sein
  • (Ober‑)Bauchschmerzen, Übelkeit oder
    Erbrechen (häufiger bei Frauen)
     

Im schlimmsten Fall kommt es
zu einem Herz‑Kreislauf‑Stillstand


Maßnahmen

  • Notruf 112 wählen – akute Lebensgefahr!
  • Die betroffene Person ansprechen und beruhigen
  • Schonend und bequem lagern, möglichst mit
    leicht erhöhtem Oberkörper
  • Enge Kleidung (z. B. Krawatte, Hemdkragen, Gürtel) öffnen
  • Für frische Luft sorgen
  • Anstrengung, Aufregung und Unruhe unbedingt vermeiden (bei Bedarf abschirmen)
  • Bei Frieren Betroffene zudecken
  • Bei Bewusstlosigkeit und erhaltener Atmung laut „Hilfe!“ rufen, um andere auf die Situation aufmerksam zu machen
  • Stabile Seitenlage durchführen
  • Bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes beruhigen, betreuen, trösten und regelmäßig Bewusstsein und Atmung kontrollieren
  • Bei Bewusstlosigkeit und fehlender normaler Atmung:
    sofort mit der Herz‑Lungen‑Wiederbelebung beginnen!