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Streitschlichter

DRK Kreisverband
Mülheim a.d. Ruhr e.V.

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Konflikte friedlich lösen

Streit an Schulen kann schnell in körperliche Gewalt ausarten. Damit es gar nicht erst so weit kommt, bietet das JRK für Schüler/-innen eine Ausbildung in Streitschlichtung an. Sie lernen, wie man sich in Konfliktsituationen richtig verhält, sorgen dafür, dass es gar nicht erst zu Gewalt kommt und suchen gemeinsam mit den Streitenden nach Lösungen.

Was Streitereien so schwierig macht, sind meist nicht die Probleme selbst, sondern der Umgang damit. die genaue Aufgabe von Streitschlichtern ist es: Gemeinsam mit den Streitenden lösen sie Konflikte friedlich – mit Worten und nicht mit Fäusten.

Wie funktioniert Streitschlichtung?

Bei der Streitschlichtung geht es nicht darum, Standpauken zu halten. Es lässt sich einfacher auf Augenhöhe reden. Deshalb sind die Streitschlichter Schüler, die anderen Schülern in brenzligen Situationen helfen. Sie laden die beiden streitenden Parteien zu einem Schlichtungsgespräch ein. Zu Beginn werden die Regeln der Streitschlichtung klar gemacht. Das Ziel heißt: Gemeinsam eine Lösung finden.

Um das zu gewährleisten, sind die Streitschlichter/-innen neutral. Eine weitere Grundregel: Jeder darf seine Meinung sagen und ausreden. Sind die Regeln geklärt, geht es darum, den Grund des Streits herauszufinden und schriftlich festzuhalten. Die beiden Streitparteien erzählen nacheinander ihre Sicht der Dinge. Die Schlichter notieren das Gesagte und fassen es dann mit eigenen Worten zusammen.

Nach der „Bestandsaufnahme“ suchen die beiden Streitparteien gemeinsam mit den Streitschlichter/-innen nach Lösungsmöglichkeiten. Es werden Vorschläge gemacht, die zunächst nicht bewertet werden. Abschließend wird geklärt, worauf sich die Streitenden einlassen können. Beispielsweise erklären sie sich bereit, einander aus dem Weg zu gehen oder gegenseitige Provokationen zu vermeiden. Dieses Abkommen wird dann schriftlich festgehalten.

Streitschlichter-Ausbildung

Wer sich als JRK-Streitschlichter/-in qualifizieren will, durchläuft eine entsprechende Ausbildung. Beispielsweise lernt man, auf andere Leute zuzugehen, sich in jemand anders einzufühlen oder Verantwortung zu übernehmen. Das heißt auch, Geduld zu üben, wenn es nicht sofort zu einem Ergebnis kommt. Denn nur so können Konflikte unter Mitschülern geschlichtet werden.

In der Regel wird auf Beschluss der Schulkonferenz das Streitschlichter-Projekt in der Schule eingeführt. Die Ausbildung übernehmen meist in Streitschlichtung geschulte Lehrer/-innen, die beim Jugendrotkreuz dafür gecoacht wurden. Dabei stehen Basics zu Konflikten, Vermittlungstechniken, Grundregeln und Strategien zur Schlichtung auf dem Programm. Die Lehrerfortbildungen werden kostenlos angeboten und dauern 2 x 3 Tage.

Regeln der Streitschlichtung

  1. Dieses Schlichtungsverfahren ist keine Gerichtsverhandlung.
  2. Es geht nicht darum, einen oder eine von euch zu verurteilen.
  3. Wir wollen versuchen, gemeinsam eine Lösung zu finden, mit der ihr leben könnt.
  4. Als Schlichter oder Schlichterin werde ich mich neutral verhalten und für keine oder keinen Partei ergreifen.
  5.  Alle Äußerungen werden streng vertraulich behandelt.
  6. Jeder und jede darf ihre oder seine Meinung sagen und ausreden.
  7. Gewalt oder die Androhung von Gewalt führt zum sofortigen Abbruch unserer Sitzung.
  8. Falls euch strafrechtliche oder andere Konsequenzen drohen, so kann diese Schlichtung das nicht verhindern. Die Schlichtung dient vielmehr dazu, dass ihr euch wieder näher kommt und besser versteht.